Opfer 2117 – Buchreview zu Jussi Adler-Olsen

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Meine Erwartungen waren nach dem Vorgänger „Selfies“ hoch, doch konnte Jussi Adler-Olsen diese erfüllen? Die Geschichte beginnt mit dem spanischen Journalisten Joan Aiguader, der auf Zypern das Foto einer scheinbar ertrunkenen Flüchtlingsfrau – Opfer 2117 – aufnimmt, bei der sich herausstellt, dass sie erstochen wurde. Im Zentrum der Handlung steht diesmal die Aufklärung von Assads lange gehüteter Vergangenheit.

Worum geht es?

Die Handlung beginnt mit dem spanischen Journalisten Joan Aiguader, der am Strand von Ayia Napa auf Zypern eine scheinbar ertrunkene ältere Frau fotografiert – Opfer 2117 der ertrunkenen Mittelmeer-Flüchtlinge. Die Fotos, die Aiguader seiner Redaktion „Hores del dia“ schickt, erlangen internationale Aufmerksamkeit, als sich herausstellt, dass die Frau erstochen wurde. Aiguader wird auf den Fall angesetzt.

In Kopenhagen spielt der junge Alexander Ballerspiele vor dem Computer. Ein Zeitungsartikel mit dem Foto von Opfer 2117 und ein Samuraischwert zieren seine Zimmerwände. Im Sonderdezernat Q entdeckt Assad bei seiner Kollegin Rose ebenfalls den Zeitungsausschnitt. Er identifiziert die Frau, die ihm und seiner Familie nach der Flucht aus dem Irak in Syrien Unterschlupf gewährt hatte. Assad erkennt auf dem Foto weitere Personen – einen Mann und zwei Frauen. Schließlich teilt er Carl, Rose und Gordon seine Geschichte mit.

Gordon erhält derweil mysteriöse Anrufe von einem Mann, der ankündigt zu töten, „wenn er die Zahl einundzwanzig siebzehn erreicht hat“. Aiguader folgt einer Spur, die ihn nach Deutschland führt, und veröffentlicht fortlaufend Artikel über seine Suche nach den Überlebenden von Ayia Napa. Assad setzt alles daran, seine Familie und den auf dem Foto abgebildeten Mann zu finden. Es wird zunehmend deutlich, dass sein Erzfeind Ghaalib ihn anlocken will. Assad reist mit Carl nach Frankfurt. Während Alexander in Kopenhagen langsam durchdreht, versuchen Gordon und Rose, ihn aufzuspüren. 

Familiengeschichte

Nach „Selfies“ dachte ich, dass Jussi Adler-Olsen es schwer haben werden wird, aber das hat er doch noch toppen können. Nach sieben Büchern erfahren wir endlich die Vergangenheit von Assad. Und die hat es in sich. Wir wussten, dass er Frau und Kinder hat, aber niemand scheint sie zu kennen und dann ist er mit Lars Björn befreundet. Dann gibt es da noch eine Feindschaft mit Samir. Mehr wussten wir aber nicht und das Sonderdezernat Q auch nicht. 

Wie auch bei „Selfies“ bleibt die Handlung in der Gegenwart. Hier gibt es mehrere Perspektiven: Joan, Assad, Carl, Rose, Gordon, Alexander und Ghaalib. Neben der Geschichte von Assad haben wir auch einen verrückten jungen Mann, der seine Eltern umbringen will, wenn er das Level 2117 in seinem Spiel erreicht. Dieser Teil des Buchs ist der schwächste. An sich ist das nicht schlecht, nur bremst es den spannenden Teil aus. Es wirkt so, als wäre es nur darin, um Rose wieder zurück ins Team holen zu können. 

Auch hätte ich mir auch wieder einen richtigen Fall für das Sonderdezernat Q gewünscht, aber der Fall ist in Ordnung, da er ja auch schon lange geht. Auch Gordon wird immer mehr Teil vom Team und ich hoffe, dass er im nächsten Buch einen richtigen Cold Case bearbeiten kann. Irgendwie sind alle aus dem Team abgefuckt, aber haben ihr Herz am rechten Fleck. Auch wenn es nur kurz erwähnt wird, wird der Fall um Carl und Hardy wieder heißer.

„Opfer 2117“ ist nach „Selfies“ ein Highlight der Buchreihe. Es ist ein bisschen schade, dass Hardy nur ganz am Rande vorkommt, aber ich hoffe auf Besserung. Die Geschichte um den jungen Mann hätte man aber herauslassen und mehr Hintergrund zu Assads Familie mit einbringen können. Das ist aber meckern auf höchstem Niveau.

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